Newsletter 2016

  1. Rückblick auf 2015

Wir blicken auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2015 zurück, indem die Mitgliederzahl auf ca. 90 gestiegen ist. Ein besonderes Highlight war das inklusive Theaterprojekt „Dem Wahnsinn auf der Spur“, das mit seinen zahlreichen Aufführungen in der Region einen wertvollen kulturellen Beitrag geleistet hat. Die  beachtlichen Zuschauerzahlen belegen dies.

Im Rahmen der „Gemeinde-Psychiatrie-Kultur“ Veranstaltungen sind wir nun fest dabei und haben mehrere Referenten eingeladen. Sehr erfolgreich war die Podiumsdiskussion mit MdL Manfred Lucha im Zeppelin-Museum Friedrichshafen und sein Auftritt im GpZ Friedrichshafen zum Thema neues Landespsychiatriegesetz. Außerdem hat die Selbsthilfegruppe Friedrichshafen die Therapeutin Karin Roth zu einem öffentlichen Vortrag eingeladen, der ebenfalls sehr gut besucht war. In Überlingen war iPEBo an einem gesundheitspolitischen Vortrag der dortigen VHS beteiligt.

Sehr wichtig war in 2015 auch die Tatsache, dass nun die politischen Forderungen von iPEBo im GPV berücksichtigt werden. Diese Aktivitäten sollen in 2016 ausgebaut und fortgeführt werden.

  1. iPEBo in 2016

Im April fand erstmals die REGIO 2016 des Landespsychiatrieverbandes Baden- Württemberg in Immenstaad am Bodensee zum Thema „Ambulant statt stationär“ statt. Unser Vorstand hat hier auch einen Fachvortrag gehalten. Es gab zudem die einmalige Chance, andere betroffene Menschen aus Baden-Württemberg kennenzulernen und zahlreiche interessante Arbeitsgruppen und Vorträge zu besuchen.

In Stuttgart wurde ein Dachverband gegründet, der die Regionalisierung der EX-IN-Ausbildung in Baden-Württemberg  zum Ziel hat. Hier ist iPEBo ebenfalls vertreten mit der Vision, im Kreis Bodensee-Oberschwaben und in der Vier-Länder-Region eine lokale EX-IN-Ausbildung anzubieten.

Im Moment nehmen 2 Teilnehmerinnen aus dem Bodenseekreis an der EX-In-Ausbildung in Stuttgart teil.

Einige Mitglieder von iPEBo haben den Schritt gewagt, aus Betroffenenperspektive heraus ein Vier-Länder-Netzwerk von Psychiatrie-Erfahrenen aus Deutschland, Österreich, Lichtenstein und der Schweiz zu initiieren. Erste Gespräche gab es schon und es ist vorgesehen, dass die VertreterInnen auch auf eine Tagung im Rahmen des Mittendrinfestes in Überlingen im Juni 2016 kommen. Sie möchten die Informationen, Erfahrungen, Kontakte und vielleicht auch Personal untereinander vernetzten und austauschen.

Das Mittendrinfest wird am 25. Juni 2016 von 10 Uhr bis 18 Uhr in Überlingen stattfinden. Da es in  2016 kein Sommerfest geben wird, sind hiermit alle Mitglieder und Freunde von iPEBo zum Grillstand des Vereins sehr herzlich eingeladen. Dort können wir zusammensitzen und feiern und das Neuste austauschen. Das Mittendrinfest wird vom Vorstand von iPEBo federführend mitorganisiert.

Interessanterweise gibt es Bestrebungen in der Region, auf Bundesebene einen Bundesverband der Psychiatrie-Erfahrenen zu gründen, das der bisherige langjährige BPE große Probleme in der Zusammenarbeit mit den politische Verantwortlichen hat. iPEBo ist an der Gründung eines „Netzwerkes seelischer Gesundheit“ in Mainz dabei und strebt eine funktionsfähige und kooperative Bundesvertretung an.

Nach wie vor sind unsere Selbsthilfegruppen in Überlingen und Friedrichshafen aktiv. Die Häfler Gruppe hat für dieses Jahr mehrere Referenten zu Fachthemen eingeladen sowie Frau Ludwig von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen. Außerdem werden gelegentlich gemeinsame Aktivitäten geplant. Die Gruppe erfreut sich einer gewissen Stabilität. Neue Mitglieder sind sowohl in Überlingen als auch in Friedrichshafen jederzeit willkommen.

In der Zwischenzeit haben ein paar interessierte Betroffene aus dem Raum Salem bei iPEBo nach Unterstützung für eine eigene Selbsthilfegruppe angefragt. Es hat sich mittlerweile die Selbsthilfegruppe “Lebensbrunnen” gegründet. Wir hoffen auf eine erfolgreiche Aufbauarbeit.

  1. Veranstaltungstipps:

Im Rahmen der  diesjährigen Veranstaltungsreihe „Gemeinde-Psychiatrie-Kultur“ möchten wir insbesondere auf den Vortrag von Peter Lehmann zum Thema „Psychopharmaka und Sexualität „ am 12. September im GpZ Friedrichshafen hinweisen. Herr Lehmann ist selbst ein Betroffener, der den Ausstieg aus der Psychiatrie geschafft hat, einen eigenen Verlag gegründet hat (Anti-Psychiatrieverlag Berlin) und für sein großes bundesweites und auch europäisches Engagement in der Psychiatriepolitik das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Er wurde auf Initiative von iPEBo eingeladen.

Die iPEBo-Mitglieder Petra und Joachim Rist stellen ihre Kunst aus dem Bereich der Outsider Art mit dem Titel „Halb so wild“  vom 24.3.2016 bis zum 11.5.2016 im Klinikum Friedrichshafen sowie vom 23.6.2016 bis zum 10.9.2016 im Klinikum Tettnang aus. Alle Kunstinteressierte und solche, die es noch werden wollen, sind herzlich eingeladen, sich von den farbenfrohen und tiefgründigen Bildern ansprechen zu lassen.

 

Petra Rist, iPEBo Friedrichshafen, im Januar 2016