Newsletter 1-2017

Liebe Mitglieder und Freunde von iPEBo, liebe Fördermitglieder und Interessierte 

Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2016 zurück, ein Jahr der Gründungen und der Meilensteine in unserer Vereinsgeschichte.

 

  1. Gründungen

Im Mai 2016 hat eine Initiative von iPEBo das „Ländernetzwerk Bodenseeregion“ gegründet. Hier treffen sich Betroffene und Professionelle gemeinsam aus den Regionen Bodensee-Oberschwaben, Vorarlberg und Schweizer Seeseite, um ihre Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Diese Initiative ist sicher sehr einzigartig und wir versprechen und großen Fortschritt für die Anzahl und Art der Angebote sowie für die Qualität der Angebote für Psychiatrie-Erfahrene auch hier in unserer Region. Die Treffen finden abwechselnd in Städten der verschiedenen Regionen statt. IPEBO hat hier eine federführende Rolle übernommen.

Außerdem hat unser Verein sich an der Gründung von „EX IN Baden-Württemberg“ beteiligt. Bislang gibt es die EX IN Ausbildungsmöglichkeit nur in Stuttgart, was für unsere Klienten und Klientinnen, die sich dafür interessieren, sehr aufwendig ist. Angelehnt an die Erfahrungen in anderen Bundesländern haben wir nun eine Dachorganisation für Genesungsbegleiter, und die Ausbildungsstätte soll voraussichtlich in 2018 im GpZ Friedrichshafen starten. Somit haben Betroffene in der Region, aber auch aus Vorarlberg oder aus der Schweiz, die Möglichkeit, sich hier ausbilden zu lassen.

Über die Möglichkeiten der Finanzierung der Ausbildung für Interessierte und geeignete Kandidaten und Kandidatinnen wird derzeit u.a. mit dem Sozialministerium verhandelt. Wir brauchen aber auch Trainer und Referenten, möglichst selbst EX-IN-Genesungsbegleiter, die an der Ausbildung mitwirken.

Aus der mittlerweile vierjährigen Erfahrung in der Vereinsarbeit konnte der iPEBo Vorstand im Jahr 2016 die Ravensburger Psychiatrie-Erfahrenen auf dem Weg in ihre eigene Initiative beraten und begleiten. Es entstand die „Initiative Psychiatrie-Erfahrener im Landkreis Ravensburg – IPERA“. Damit hat iPEBo ein wichtiges Ziel verwirklicht, nämlich Vorreiter und Vorbild für andere Landkreise und Regionen zu sein, wie man für Psychiatrie-Erfahrene einen eigenen Interessensverein aufbauen kann. Es ist geplant, mit den Ravensburger Kollegen und Kolleginnen einen engen Austausch zu führen.

Daniela Schmid und Rainer Schaff waren an den Vorbereitungen zur Gründung des „Bundesnetzwerks Selbsthilfe seelische Gesundheit – NetzG“ aktiv beteiligt. Diese Organisation möchte zu psychiatriepolitischen Themen Stellung beziehen aus Betroffenensicht sowie beraten und eigene Projekte durchführen. Unsere beiden Mitglieder sind im November 2016 in den Vorstand von NetzG gewählt worden.

 

  1. Klausurtagung

Ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung des Vereins war die erste Klausurtagung von iPEBo in Horn vom 26.11.16 bis zum 27.11. Hier nahmen alle Vorstandsmitglieder sowie andere Funktionsträger teil. Unter der fachkundigen Moderation von unserem Beirat Herrn Regehr entwickelten wir ein Modell für eine neue Vereinsstruktur, die dazu führen soll, dass die Mitglieder stärker in die Vereinsarbeit eingebunden werden können sowie die vielfältigen Aufgaben des Vereins effizienter und übersichtlicher bearbeitet werden können.

Kern dieser neuen Struktur bilden Arbeitskreise, die in einem ersten Arbeitskreis „Struktur und Weiterentwicklung“ herausgearbeitet wurden. Sie haben ihre Arbeit bereits begonnen, neue Interessierte können jederzeit dazukommen und sind herzlich eingeladen. Die Arbeitskreise werden auf der nächsten Mitgliederversammlung ausdrücklich vorgestellt.

Ein weiteres Ergebnis der Klausurtagung war die Entwicklung eines Fragebogens an alle Mitglieder, um die bisherige Arbeit und die Zukunft des Vereins aus der Sicht der Mitglieder einschätzen zu können. Er wird zusammen mit Herrn Regehr ausgewertet und in die aktuelle Weiterentwicklung der Vereinsarbeit miteinbezogen. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich an Petra Rist von iPEBo Friedrichshafen wenden.

 

  1. Kulturelles

Auch in 2016 hat das Mittendrinfest unter der Moderation von Uwe Hammerle stattgefunden, dieses Mal in Überlingen. Das Mittendrinfest begann mit einer kleinen musikalischen Einlage der Inklusions-Band „Na und“ und den Ansprachen von Landrat Lothar Wölfle dem stellvertr. Bürgermeister Günter Hornstein und MDL Manne Lucha. Ebenso wurde die Bodenseedeklaration, die von 11 behinderten Menschen aus der Bodenseeregion und unter der Leitung von Friedrich Gföllner an den Sozialminister Manne Lucha übergeben. Die musikalischen Auftritte der verschiedenen Bands und Einrichtungen fanden am Landungsplatz statt. Weiter konnte man am Landungsplatz mit der Lädine oder dem Marinekutter mitfahren. Ebenso fanden am „Gondelehafen“ und am „Haus des Gastes“ verschiedene Veranstaltungen statt. Leider mussten wir, um 16 Uhr, wegen eines aufziehenden Unwetters, frühzeitig die Veranstaltung abbrechen. Die Veranstaltung fand großen Anklang bei den Zuschauern und hat Groß und Klein sowie Alt und Jung gefallen. Auch nächstes Jahr, also 2018, findet das Mittendrinfest statt, diesmal in Friedrichshafen!

Im Rahmen der „Gemeinde-Psychiatrie-Kultur“ war sicher ein herausragendes und beeindruckendes Erlebnis die Autorenlesung von Lilly Lindner im Felsenkeller in Überlingen. Lilly Lindner hat unter anderem den Spiegel-Bestseller „Splitterfasernackt“ veröffentlicht, in dem sie ihre schwierige Biographie hochliterarisch verarbeitet hat. In Ihrer Show inszenierte sie ihre Sensibilität und Fragilität und fesselte damit die Zuschauer.

Unsere jährliche Weihnachtsfeier fand am 21.12.2016 im Felsenkeller des GpZ in Überlingen statt. Mit handgemachter Musik vom Ramazotti Quartett sowie gutem selbstgekochten Essen entstand eine weihnachtliche Atmosphäre, die von unserem Nikolaus Manfred Danner noch getoppt wurde. Dieser knöpfte sich Einzelne heraus, denen er etwas zu sagen hatte als Nikolaus. Mit viel Applaus und Gelächter beendete dieser seinen Einsatz und die Feier bekam einen friedlichen Ausklang.

 

  1. Selbsthilfegruppen

Die Selbsthilfegruppen haben Zuwachs bekommen! Im Kreis Salem hat sich die Gruppe „Lebensbrunnen“ unter der Leitung von Manfred Danner gegründet. Sie hat den Schwerpunkt auf gemeinsamen Unternehmungen und soll auch ausgebaut werden bis hin zu einer „Weekend-Hotline“.

Die langjährige Selbsthilfegruppe von iPEBo in Friedrichshafen hat einen Leiterwechsel gut überstanden: Im Sommer hat Petra Rist nach mehr als drei Jahren die Leitung abgegeben an Manfred Danner und Esther Hafner, um sich anderen Aufgaben im Verein zu widmen. Der Wechsel erfolgte unter Moderation von Frau Ludwig von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen recht problemlos.

Die Überlinger Selbsthilfegruppe hat sich etwas an den „Lebensbrunnen“ angenähert und kooperiert mit gemeinsamen Aktivitäten in Abwechslung mit Gesprächsrunden mit dieser. Vielleicht ein Modell für die Zukunft?

 

2017: Mut zum Wandel!

Mit dem Jahresbeginn hat der Arbeitskreis „Struktur und Weiterentwicklung des Vereins“ seine zweite Sitzung abgehalten und etliche Arbeitskreise und Interessierte bereits aktiviert:

  • AK Struktur: Petra Rist
  • AK Finanzen: Sylvia Dymke
  • AK Öffentlichkeitsarbeit: Uwe M. Hammerle
  • AK EX-IN: Rainer Schaff
  • AK Kultur: Manfred Danner
  • AK Selbsthilfegruppen: Manfred Danner und Uwe M. Hammerle

Somit sind entscheidende Weichen für eine neue Richtung im Verein gestellt. Wichtig ist, dass jeder und jede an den AKs mitmachen kann, auch ohne im Vorstand zu sein. Voraussetzung ist lediglich Interesse am Thema und die Bereitschaft, regelmäßig Zeit zu investieren.

Am 8. April 2017 um 14 Uhr wird der Verein seine Mitgliederversammlung im Felsenkeller in Überlingen abhalten. Es finden u.a. Neuwahlen des Vorstandes statt. Interessierte Kandidaten und Kandidatinnen können sich ab sofort an Rainer Schaff wenden. Eine gesonderte Einladung wird rechtzeitig per Post an alle Mitglieder gesendet werden.

Petra Rist

iPEBo Friedrichshafen